Zwei abgezockte Straßenhuren kobern um Freier in Sankt Georg

Die laue Frühlingsnacht frischt erkennbar auf, Milana, alias „Titten-Mila”, und Rengin, alias die „Dürre”, drehen die dritte erfolglose Runde um einen Gebäudekomplex, begrenzt durch: die Bremer Reihe, den Hansaplatz, die Ellmenreichstraße und den Steintorweg. Titten-Mila geht auf nächtliche Kundenjagd in einem signalroten, bauchfreien Baumwolltop über der gewaltigen Oberweite, Körbchengröße D, die weiblichen Hüften umschlingt ein schneeweißer Minirock über einer himbeerroten Strapsstrumpfhose, die unteren Extremitäten ragen in Beinkleider, die durch lachsrote Overknee Stiefel ausgeführt sind. Rengin begleitet die Kollegin in unaufdringlicher Arbeitskleidung, die kastanienbraune, gelockte Haarpracht überdeckt ein mintgrünes Spaghetti Top, Jeans und marineblaue Stiletto Pumps. Von der Kirchenallee, dem Hamburger Hauptbahnhof Nord, wandert ein potenzieller Kunde heran, Milana erspäht die Situation augenblicklich, bringt sich in Position.

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„Hallo junger Mann, nicht so überhastet, dein Weg findet hier sein Ende”, flötet Milana dem Fremden entgegen.
„Wieso?”, murmelt dieser erschrocken.
„Ich bin das Mädchen, das du suchst und gerade eben gefunden hast”.
„Hahaha, danke, der war gut”, er bleibt belustigt stehen, geht einen Schritt auf sie zu.
„Dafür nicht. Darf ich dir eine Frage stellen?”
„Tust du bereits”.
„Stimmt, hast du recht. Du scheinst ein witziges Kerlchen zu sein? Wie heißt du?”, kommt dabei näher, sucht Körperkontakt, umfasst seinen rechten Unterarm.
„Thado”.
,Sie hat ihn schon?, grübelt Rengin verblüfft.

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„Hallo schöner Thado, ich bin die Mila und will etwas Spaß mit dir haben”, zieht ihn ganz dicht an sich heran.
„Ich habe leider keine Zeit”.
„Ach, aber Thado, das macht mich ganz traurig, ich bin heute Nacht so gut drauf, deine Mila kann dir Dinge zeigen, die hast du noch nie gefühlt. Komm mal ganz eng ran”, ungeniert steuert sie seine linke Handinnenfläche unter den Minirock auf ihren Slip.
„Spürst du meine Hitze”, haucht sie ihm ins Ohr.
„Ja”, stottert er, versucht seinen Arm schleunigst wegzuziehen. Milana verhindert es.
„Warum so schüchtern, bist du kein Mann?”, greift mit den Fingern der linken Hand gezielt in den Schritt seiner Jeans, ertaste seine Hoden.
„Aha, Thado, du hast herrlich pralle Eier. Mila erzählt dir jetzt, was ich mit dir anstellen möchte: Ich lecke deine Eier und lutsche deinen Schwanz rundum ohne Gummi, bis es dir kommt Thado, eine Fontäne deiner heißen Ficksahne auf meine Titten spritzt. Wenn du artig bist, darfst du meine rasierte Muschi lecken. Wie gefällt dir das?”
„Ich weiß nicht”, stammelt er.
„Was ist los, Thado. Schwul bist du keinesfalls. Dein Schwanz steht hart wie ein Stahlrohr”.
„Was kostet es?”
„Na also, so will ich dich hören, mein Schatz. Fünfzig, plus dreißig fürs Zimmer”.
„Achtzig, okay”, quasselt Thado überrumpelt.

Neidisch beobachtet Rengin die Einigung, registriert wie Milana mit dem Freier die Treppenstufen hinauf in den „Seebär”, ein Stundenhotel in der Bremer Reihe, emporsteigt. Sie beschließt alleine, da die Kälte der Nacht zunimmt, den Rundgang um den Häuserblock fortzusetzen. Ecke Hansaplatz und Ellmenreichstraße ändert sie ihre Intention, navigiert zur „Rita”, einer schäbigen Bierkneipe im Souterrain besagter Straßenecke. ,Eventuell entdecke ich Kundschaft in dem Drecksloch?, sucht sie sich, einen plausiblen Beweggrund zu konstruieren.

„Heh, keiner da?”, brüllt Milana an der Rezeption im Seebär.
Der Indianer fegt aus dem Nebenzimmer: „Mach nicht so einen Wind”.
„Ich brauche ein Zimmer für eine halbe Stunde, Indianer”.
„Du hast die freie Auswahl. Nichts los bis jetzt”.
„Schön, gib mir die Fünf”.
„Das kostet dreißig”.
Beide starren Thado an, der verdutzt einen Fünfziger auf die Theke blättert. Duma, genannt der Indianer hinsichtlich seiner langen, pechschwarzen Haare, reicht ihm das Wechselgeld.

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Einleitend kassiert Milana in dem erbärmlichen Fickzimmer ihr Honorar, bittet den Freier ans verdreckte Waschbecken, wäscht ihm das Glied, professionell bringt sie mit geübten Handgriffen den Schwellkörper zugleich zur maximalen Erektion, der ganze Vorgang funktioniert einem Automatismus folgend. Das signalrote Oberteil schob sie unterdessen behände über ihre ausladenden Brüste, entpackte sie teilweise aus den rauchschwarzen Körbchen, so dass der Freier diesem Anblick nicht entkommen konnte. Nach der Katzenwäsche schiebt sie ihn zum Bettenlager, eine Anordnung bestehend aus einem mausgrauen Stahlrohrgestell mit einer abgenutzten ultramarinblauen Matratze, setzt sich auf die Bettkante und stülpt ein Kondom über die feuerrote Eichelspitze, routiniert treibt sie mit dem Mund die Latexhülle über den Schwellkörper, legt los, den Freier oral zum Abspritzen zu treiben, unterbricht periodisch die mündliche Befriedigung, um den steifen Penis mit Handarbeit zu stimulieren, zu masturbieren, unterstützt ihre sexuelle Dienstleistung mit verbalen Schweinereien: „Na, du geiler Bock, das gefällt dir doch, das macht dich geil”, funkelt in dabei mit den haselnussbraunen Augen verächtlich und ungeduldig gleichermaßen an. Seine brodelnde Hirnmasse signalisiert der Samenerguss, der Orgasmus, wird seine Lenden alsbald erzittern lassen.

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„Mach schon, spritz mir deinen glühenden Saft auf die Titten, sau mich ein, ich will jeden Tropfen Sperma vom Schwanz lecken und schlucke alles herunter”, untermalt sie anmahnend die Illusion, zwischenzeitig sie den pochenden Phallus im Latexmantel ungestüm mechanisch bearbeitet, mit der anderen Greifhand die dicht beharrten Hoden energisch durchknetet. Unverzüglich pumpt er unkontrolliert die klebrige Körperflüssigkeit in pulsierenden Schüben in das vorgesehene Latexreservoir, stöhnt brachial seine Erleichterung in die von kaltem Schweißgeruch stinkende Absteige.
„Hier nimm das Papiertuch und wirf den Gummi in den Mülleimer neben dem Bett”, erklärt sie geschäftsmäßig, simultan sie die Garderobe herrichtet, vom Wasserhahn eine Portion Wasser in den Rachenraum aufsaugt, vernehmlich gurgelt und das Brauchwasser in Richtung Siphon spuckt.


„Hallöchen, Dürre, schön das du mich auch mal besuchen kommst”, poltert der fettleibige Thage.
„Heh, in deiner Kneipe drängelt sich die Kundschaft”, zetert Rengin.
„Hör bloß auf, was ist heute los, ist mausetot, ist Fußball?”
„Keine Ahnung. Kann ich einen Kaffee haben?”
„Ob du das kannst, weiß ich nicht. Einen anbieten, kann ich dir”.
„Halt die Klappe, gib mir einfach einen Kaffee”.
„Wo ist deine Busenfreundin Mila?”
„Die hat einen Gast”.
„Die ist richtig fleißig, kann ich da nur sagen”.
„Nerv bitte nicht”.
„Wie bist du denn drauf? Ich werde dir etwas Gutes tun, spendiere dir einen Wodka”.
„Danke, bitte einen Korn”.
„Gerne”, stellt ein Schnapsglas auf den Tresen, füllt den Behälter bis an den Rand mit der wasserklaren Spirituose: „Prost Dürre”.
„Danke, bist ein feiner Kerl”, stürzt den Schnaps runter.
Rengin wirft eine Münze in die CD-Jukebox.
„Drückst du bitte einmal F6 13, Dürre”.
„Ja, mache ich”.
Unmittelbar ertönt ein mit derben Gitarrenriffs unterlegter Schreigesang:
„[...]At the going down of the evening sun
We shall remember them
Death before dishonour
Death before dishonour[...]”

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Ein rüpelhafter Schlaks rauscht die Treppe in den Schankraum runter, peilt nach rechts und links, stürmt durch den breiten Durchgang in den hinteren, stockfinsteren Teilraum, dreht um, richtet sich an die beiden Personen am Barausschank: „Verkaufe ein Autoradio mit integriertem CD-Player”.
„Wie viel?”, blubbert Thage.
„Fünfzig”, schmettert der Schlaks.
„Viel zu teuer. Dreißig”, verbessert der Fettmops.
„Du spinnst”, weg ist der Lulatsch.

Der Indianer pocht an den Zugang zur Nummer fünf: „Zeit ist um”.

Zwei ungepflegte Flegel flitzen in die Rita herein.
„Was darf es sein?”
„Korn und gelbe Limo”.
„Zweimal?”
„Genauso”.
„Ich brauche maximal eine Minute, bin ich drin, habe ich alle Zeit der Welt, um die Elektronik auszubauen”.
„Verstehe ich nicht?”
„Wirklich gefährlich ist nur der Aufbruch, bist du erst im Innern, bemerkt dich keiner mehr, höchstens der Besitzer, falls der an die Karre will”.
„Interessant”.
„Ist eine Tatsache, deshalb knacke ich ausschließlich Kleinwagen, geht bedeutend fixer, so ist das Risiko minimal. Drüben auf der anderen Seite, in Harvestehude oder Rotherbaum, hat es reichlich Familien mit Zweitwagen, Muttis Kisten sind ideal”.
„So einfach”.
„Genauso einfach, kinderleicht auszukundschaften, ob eine Karosse selten bewegt wird, somit geringe Gefahr, dass die Schmiere aufschlägt”.

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Urplötzlich baut sich der Schlaks vor Thage auf: „Okay, dreißig”.
„Komm mit nach hinten”, beide verlassen den Schankraum.
Milana platzt unschlüssig in die Spelunke: „Ach, Dürre, hier treibst du dich herum. Wo ist der Dicke?”
„Keine Ahnung”, antwortet Rengin denkfaul.
„Eh, keiner Zuhause, hallo Bedienung”, pöbelt Milana.
„Spinn nicht rum, sonst schmeiß ich dich raus”, plärrt Thage.
„Stell mal zwei Korn auf den Ladentisch, aber dalli”.
„Und ich?”, bettelt Thage.
„Und du guckst zu”, schmettert sie lauthals lachend.
„Das ist nicht nett”.
„Muss ich auch nicht, Dicker”.
„Lass uns auf Toilette gehen”, flüstert sie zu Rengin.
„Schau mal, was ich beim Indianer abgestaubt habe?”, schüttet dabei eine Menge Puderzucker auf den Klodeckel, verteilt ihn fachgerecht, beide bedienen sich abwechselnd.
„Bin ich nicht nett?” brüllt Milana, schüttelt sich vor Lachen.